Welche Sorgfaltsprüfung sollte vor dem Angebot einer alternativen Anlage an Investoren erfolgen?
Eine gründliche Sorgfaltsprüfung unterscheidet ein glaubwürdiges Angebot einer alternativen Anlage von einem riskanten. Bevor eine Anlage Investoren angeboten wird, sollten mehrere Prüfungen durchgeführt und dokumentiert werden.
Die Due-Diligence-Checkliste
1. Echtheit
Unabhängige Experten sollten die Echtheit der Anlage bestätigen. Je nach Anlageklasse können dazu spezialisierte Gutachter, Labortests oder markenspezifische Authentifizierungsdienste gehören.
2. Provenienz
Eine dokumentierte Eigentumshistorie stützt sowohl die Echtheit als auch den Wert. Lücken in der Provenienz können auf ein höheres Risiko oder eine geringere Wiederverkaufssicherheit hinweisen.
3. Rechtliches Eigentum und Titel
Ein klarer, übertragbarer Rechtstitel muss vor dem Angebot an Investoren bestätigt werden. Dazu gehört die Prüfung auf Pfandrechte, Streitigkeiten oder Exportbeschränkungen.
4. Unabhängige Bewertung
Eine Bewertung durch eine qualifizierte, unabhängige Quelle bestätigt, dass der Kaufpreis im Verhältnis zum Markt angemessen ist. Sich allein auf die Bewertung des Verkäufers zu verlassen, reicht nicht aus.
5. Kaufpreis im Vergleich zu Marktdaten
Der Kaufpreis sollte mit vergleichbaren Verkäufen, Auktionsergebnissen oder Händlerpreisen abgeglichen werden. Das verhindert eine Überzahlung im Verhältnis zum realistischen Marktwert der Anlage.
6. Marktliquidität
Die Sorgfaltsprüfung sollte einschätzen, wie groß der Käuferkreis für diese konkrete Anlage ist. Sie sollte zudem prüfen, wie lange ein Verkauf bei vergleichbaren Objekten historisch gedauert hat.
7. Versicherung
Physische alternative Anlagen sollten gegen Beschädigung, Diebstahl und Verlust versichert sein. Der Versicherungsschutz sollte dem vollen geschätzten Wert der Anlage während der Haltedauer entsprechen.
8. Lagerung
Die Lagerbedingungen sollten den Anforderungen der jeweiligen Anlageklasse entsprechen. Dazu können Klimakontrolle, Sicherheit und fachgerechte Handhabung gehören, um Zustand und Wert zu erhalten.
9. Interessenkonflikte
Jede Beziehung zwischen Verkäufer, Gutachter und Plattform sollte offengelegt werden. So können Investoren die Unabhängigkeit einschätzen.
10. Exit-Prozess
Ein realistischer Plan für den späteren Verkauf der Anlage sollte bereits vor dem Angebot an Investoren feststehen, nicht erst danach. Dazu gehören wahrscheinliche Verkaufskanäle und der Zeitrahmen.
Warum das für Investoren wichtig ist
Wird einer dieser Schritte übersprungen, steigt das Risiko einer Überzahlung, einer nicht authentischen Anlage oder der Unfähigkeit, eine Position bei Bedarf zu veräußern.
Häufig gestellte Fragen
Wer führt diese Sorgfaltsprüfung typischerweise durch?
Spezialisierte Gutachter, Authentifizierungsdienste und das eigene Investmentteam der Plattform übernehmen in der Regel jeweils einen Teil der Checkliste.
Beseitigt die Sorgfaltsprüfung das Anlagerisiko?
Nein. Sie reduziert vermeidbare Risiken wie Betrug oder Überzahlung. Markt- oder Bewertungsrisiken lassen sich dadurch nicht vollständig beseitigen.
Kapital ist Risiken ausgesetzt. Investitionen in alternative Anlagen bergen Bewertungs- und Liquiditätsrisiken, auch nach abgeschlossener Sorgfaltsprüfung. Bitte prüfen Sie die vollständigen Anlageunterlagen vor einer Investition.
