Hinter den Zahlen: Unsere aktualisierte Methodik zur Bewertung von Vermögenswerten
Bei Splint Invest gehört Transparenz zu unseren wichtigsten Grundsätzen. Wir möchten, dass Anlegerinnen und Anleger nicht nur verstehen, was wir tun, sondern auch warum wir es tun.
In den vergangenen Monaten haben wir überprüft und verfeinert, wie wir den monatlichen Fair Value der auf unserer Plattform geführten Vermögenswerte berechnen. Das Ziel bestand nicht darin, die Bewertungen optimistischer oder konservativer zu gestalten, sondern sie konsistenter, regelbasiert und stärker am tatsächlichen Lebenszyklus einer Investition auszurichten.
Warum die Methodik anpassen?
Alternative Anlagen sind nicht statisch. Die verfügbaren Informationen zu einem Vermögenswert verändern sich im Verlauf der gesamten Haltedauer.
Direkt nach dem Erwerb eines Vermögenswertes liegen häufig nur sehr begrenzte Marktdaten vor. Mit der Zeit gewinnen die übergeordneten Markttrends an Bedeutung. Sobald sich ein Vermögenswert seiner geplanten Exit-Periode nähert, werden hingegen einzelne Transaktionen und das konkrete Kaufinteresse deutlich wichtiger als allgemeine Marktbewegungen.
Um dieser Realität Rechnung zu tragen, unterscheiden wir nun vier Bewertungsphasen.
Phase 1: Die erste Bewertungsanpassung nach der Veröffentlichung
Die erste Bewertungsanpassung basiert in erster Linie auf den Erwerbsbedingungen.
In manchen Fällen gelingt es uns, Vermögenswerte zu Konditionen zu erwerben, die günstiger sind als die Preise, die üblicherweise anderen Käuferinnen und Käufern offenstehen. Möglich wird dies beispielsweise durch langjährige Beziehungen zu Expertinnen und Experten, direkte Beschaffungsmöglichkeiten oder institutionelle Einkaufskraft.
Wenn ein solcher Erwerbsvorteil besteht, berücksichtigen wir einen Teil dieses Vorteils in der ersten Bewertungsanpassung.
Die Wertsteigerung entspricht jedoch nicht zwingend eins zu eins dem beim Kauf erzielten Rabatt.
Warum?
Weil ein späterer Verkauf ebenfalls mit Kosten verbunden ist – etwa Transaktionsgebühren, Logistik, Versicherung, Provisionen und weitere Veräusserungskosten. Diese Aufwände müssen in der Fair-Value-Berechnung angemessen berücksichtigt werden.
Ein Vermögenswert, der mit einem Rabatt von 20 % erworben wurde, führt daher nicht automatisch zu einer Bewertungsanpassung von 20 %.
Phase 2: Monatliche Anpassungen vor dem Exit-Fenster
Dies ist die bedeutendste Veränderung unserer Methodik.
Bisher haben wir während der gesamten Haltedauer einzelasset-spezifische Bewertungen vorgenommen. Künftig werden Vermögenswerte, die sich noch ausserhalb ihres geplanten Exit-Fensters befinden, primär anhand relevanter Marktindizes angepasst.
Wo immer möglich, nutzen wir hochspezifische Indizes, die eng an die jeweilige Anlagekategorie angelehnt sind.
Beispiele hierfür sind:
- Kunstmarktindizes
- Weinmarktindizes
- Indizes für Luxusuhren
- Indizes für Sammlerstücke und Trading Cards
- Referenzwerte für Edelmetalle
Die Begründung ist einfach: Bevor ein Vermögenswert seine geplante Verkaufsperiode erreicht, sind allgemeine Marktbewegungen in der Regel aussagekräftiger als der Versuch, jeden Monat einen exakten Einzelasset-Wert zu bestimmen.
Dieser Ansatz erhöht die Konsistenz, reduziert subjektive Einschätzungen und stellt sicher, dass die Bewertungen die übergeordneten Marktentwicklungen angemessen widerspiegeln.
Phase 3: Monatliche Anpassungen innerhalb des Exit-Fensters
Sobald ein Vermögenswert in sein geplantes Exit-Fenster eintritt, kehren wir zu einer individuellen Bewertung auf Ebene des einzelnen Vermögenswertes zurück.
In dieser Phase verschiebt sich der Fokus von den Markttrends hin zum tatsächlich realisierbaren Wert.
Um einen fairen Wert zu bestimmen, analysieren wir unter anderem:
- Aktuelle, vergleichbare Transaktionen
- Auktionsergebnisse
- Angebote von Händlerinnen und Händlern sowie Inserate auf Marktplätzen
- Rückmeldungen von Fachexpertinnen und -experten
- Konkrete Kaufangebote, sofern vorhanden
Auf dieser Basis schätzen wir, welchen Preis der Vermögenswert bei einem Verkauf im aktuellen Zeitraum realistisch erzielen könnte.
Da sich die Investition nun ihrer geplanten Exit-Phase nähert, gewinnen die individuellen Eigenschaften des Vermögenswertes deutlich mehr an Bedeutung als allgemeine Marktindizes.
Phase 4: Vermögenswerte nach Ablauf des Exit-Fensters
Bleibt ein Vermögenswert nach Ablauf seines geplanten Exit-Fensters unveräussert, ändert sich die Bewertungsmethodik erneut.
In diesem Stadium wechseln wir zu einem sogenannten Liquidationswert-Ansatz.
Der Liquidationswert spiegelt den Preis wider, von dem wir ausgehen, dass er unter realistischen Bedingungen erzielt werden kann, wenn ein Verkauf unter zunehmendem Zeitdruck abgeschlossen werden muss.
Dies ist selbstverständlich nicht das Wunschszenario. Gleichwohl spiegelt es ein zentrales Prinzip unseres Investitionsprozesses wider: Disziplin.
Vermögenswerte unbegrenzt zu halten, in der Hoffnung auf einen künftig höheren Verkaufspreis, kann erhebliche Opportunitätskosten verursachen und das Portfoliorisiko erhöhen. Durch die Berücksichtigung eines Liquidationswertes anerkennen wir, dass jede Anlagestrategie klare Regeln und konsequente Verantwortung in der Umsetzung erfordert.
Die Rolle der Recovery-Analysen
Ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres Prozesses ist die sogenannte Recovery-Analyse.
Sinkt der Wert eines Vermögenswertes um 25 % oder mehr gegenüber seinem ursprünglichen Investitionswert, führen wir eine gezielte Überprüfung durch.
Im Rahmen dieser Analyse beurteilen wir die Wahrscheinlichkeit, dass der Vermögenswert seinen Wert innerhalb eines angemessenen Zeitraums wiedererlangen kann.
Ergibt unsere Einschätzung eine Recovery-Wahrscheinlichkeit von weniger als 50 %, initiieren wir eine Abstimmung unter allen Miteigentümerinnen und Miteigentümern und empfehlen, einen Verkauf in Betracht zu ziehen.
Wichtig ist dabei: Die letztendliche Entscheidung liegt stets bei den Miteigentümerinnen und Miteigentümern.
Unsere Aufgabe besteht darin, eine transparente Analyse und klare Empfehlungen bereitzustellen. Die Eigentumsrechte verbleiben jederzeit bei den Investorinnen und Investoren.
Ein stärker regelbasiertes Investitionsverfahren
Ziel dieser Anpassungen ist es nicht, höhere Bewertungen zu erzielen.
Das Ziel ist Konsistenz.
Indem wir die Bewertungsmethoden klar definierten Phasen im Lebenszyklus einer Investition zuordnen, reduzieren wir subjektive Spielräume und stellen sicher, dass alle Vermögenswerte nach denselben Grundsätzen bewertet werden.
Erfolgreiches Investieren erfordert Disziplin – nicht nur beim Erwerb von Vermögenswerten, sondern ebenso bei deren Bewertung und beim Exit.
Die aktualisierte Methodik ist ein weiterer Schritt, um Investitionen in alternative Anlagen für alle Investorinnen und Investoren transparenter, professioneller und besser planbar zu gestalten.
Wie immer freuen wir uns über Ihr Feedback und Ihre Fragen.
